Thema: „Jenseits der Zeit oder auf der Suche nach Antworten auf Alltagsfragen.“
Frauen am Berg/Feuer in den Alpen
Alle „Grenzgängerinnen“ werden wiederum herzlich eingeladen, am 14. und 15. August 2010 (Unser Hoher Frauentag) an der Kultur-Tour „Frauen am Berg – Feuer in den Alpen“ mit dabei zu sein.
An jedem zweiten Samstag im August brennen im ganzen Alpenraum von Wien bis Nizza die Mahnfeuer zur Erhaltung des alpinen Lebensraums als internationales, solidarisches Zeichen für eine nachhaltige Zukunft der Alpen. Mit Musik & Poesie.
Mit weithin sichtbaren Höhenfeuern wird alljährlich alpenweit ein eindrückliches Zeichen gesetzt für die Erhaltung des natürlichen und kulturellen Erbes des Alpenraumes sowie gegen die Zerstörung des Ökosystems Alpen. Stichworte: Transitverkehr, Pumpspeicherseen, Waldsterben, Zerstörung der Lebensräume für Mensch und Tier, bedrohte Kulturlandschaft, Gletscher(über)erschließungen. Die Höhenfeuer bei „Feuer in den Alpen sollen Mut machen sich für eine nachhaltige Entwicklung zu engagieren.
Seit dem Jahr 2003 treffen sich Südtiroler und Nordtiroler Bergsteigerinnen alljährlich bei „Feuer in den Alpen“ zu einem gemeinsamen Bergerlebnis, zu kulturellen Aktionen und zu kulturellem Gedankenaustausch. Nach den Frauen am Berg Treffen in den Vorjahren entlang der Grenzen u.a. auf der Similaunhütte, der Europahütte, der Tribulaunhütte, der Birnlückenhütte… ist das Treffen 2010 auf der Kasseler Hütte bei Rein Taufers geplant. Kunstaktion mit einer bildenden Künstlerin oder einer Literatin/Bergsteigerin (vorgesehen Gerlinde Kaltenbrunner - angefragt) und einer Frauen-Musikgruppe (vorgesehen die Wellküren -angefragt).
Grenz//bewingung und Jochfest
In „Schlern Schriften“ aus den 50er Jahren ist dokumentiert, dass schon damals alljährlich im Sommer ein „grenzüberschreitendes“ Jochfest abgehalten wurde. Passeiertaler und Ötztaler Musikanten und Kramer (Wanderhändler) trafen sich am Timmelsjoch um die Verbundenheit der Täler zu demonstrieren. Mit der Wiederbelebung dieses alten Brauches hat Pro Vita Alpina ein Zeichen lebendigen Kulturaustausches zwischen den Tälern diesseits und jenseits der Grenze gesetzt.
September
Am 5. September 2010 erfolgt der Bau eines weiteren Kunstobjektes im Kunstraum Timmelsjoch im Grenzraum zwischen Österreich und Italien (Nordtirol – Südtirol). Nachdem vor zwei Jahren der Meraner Bildhauer Franz Pichler das Kunstobjekt „der Wind kennt keine Grenzen“ geschaffen hat und sich im Vorjahr Tiroler Bildhauerin Ursula Beiler mit der Arbeit zum „Grüß Göttin“ eingebracht hat, wird 2010 die Südtiroler Malerin Sabine Auer ein Objekt gestalten. Musikalische Umrahmung durch eine Ötztaler und Passeirer Musikgruppe.
Grenzüberschreitende Feldforschung und Publikation
Nach den bisher getätigten Feldforschungen und den dabei entstandenen Publikationen:
*Der Maler Albin Egger-Lienz, der Kulturraum Ötztaler Alpen, die Sarntaler Alpen und Bozen als Quelle seiner künstlerischen Ausdrucksform“, *Von Hebe-Ammen und Hebe-Ahninnen, von Wehmüttern und weisen Frauen - Hebamme sein in Bergtälern - (Schnalstal, Passeiertal, Eisacktal, Ötztal) und von literarischen Erkundungen über ein (fiktives) Tal, wobei die Südtiroler Autorin Selma Mahlknecht den in diesem Zusammenhang von der Ötztal Werbung bereitgestellten Literaturpreis erhielt, ist eine Fortsetzung der Feldforschungen zu den Themen (Arbeitstitel):
*Kultur hoch" - vom Passeiertal in´s Ötztal, Beschreibung/Dokumentation eines Kulturwanderweges über die Grenze am Timmelsjoch. *Gerichte mit Geschichte, Sammlung und Dokumentation alter Rezepte aus den Bergtälern am Beispiel Ötztal, Passeiertal und Schnalstal geplant und die Ergebnisse in Form einer Publikation zu veröffentlichen.
Tirolerland wie bist du... ?
Vorstellung und Aufführung des gemeinsam von jeweils zehn Südtiroler und Nordtiroler LiteratInnen in Episoden beschriebene und von insgesamt dreißig MusikerInnen und SängerInnen aus beiden Ländern intonierte musikalisch/ literarische Projekt „Tiroler Land wie bist du…? am 20.2.2010 (Andreas` Hofers Todestag). Mit Marcello Fera, Opas Diandln, Agnes Auer, Stefan Laube, Ingrid Marginter, Michael Gapp, Ötztal Chor, Rosina Prantl, Manuela Demetz, Projekt TyRoll mit Marlon Prantl (nähere Info: http://www.tirolerland.at). Ankauf der Publikation und der CD für die Südtiroler Mitglieder von Pro Vita Alpina.
Programmplan 2010
Kulturexkursion zu Kraftorten rund um Elvas bei Brixen
Eine interessante Exkursion und Kulturwanderung nach Südtirol, führte der Kulturverein Pro Vita Alpina am vergangenen Wochenende durch. Ziel waren die Schalensteine und Fruchtbarkeitsrutschen rund um Elvas im Eisacktal. Der fachkundigen Führung durch Luise Gafriller, Obfrau von Pro Vita Alpina Südtirol, der Archäologin Mag. Evi Pechlaner und des Flurnamenesperten Mag. Johannes Ortner schlossen sich trotz unwirtlichem Wetter zahlreiche Interessierte an. Die Wanderung führte, begleitet vom Dudelsackspieler Helmuth Pircher, von Brixen nach Elvas. Dort am Abhang des Pinatzerbühels befinden sich neben gut erhaltenen Fruchtbarkeitsrutschen u.a. die besonderen Schalensteine „Kreuzplatte“ und „Bildstein“. Viele derartige Funde sind insbesondere in Südtirol im Raum Brixen zu finden und werden der Bronzezeit zugerechnet.
Die klassischen Schalensteine, die außer Schalen und Kreuzen keine anderen Zeichen aufweisen, sind die ältesten Felszeichnungen und gehören der neolithischen Zeit an. Insgesamt befinden sich auf dem „Bildstein“ insgesamt 275 Schalen. Diese Schalen sind von 1 bis 4 cm und haben einem Durchmesser von 2 bis 10 cm.
Schalensteine nennt man Felsen und Steine, die künstliche Vertiefungen zeigen in Form meist kreisrunder oder auch seltener ovaler Schalen. Sie sind einerseits in Felsen in der Bergeinsamkeit, aber auch auf steinernen Kirchenschwellen, auf alten Steintreppen und Fenstersimsen als Ausklang des uralten Steinkultes, zu finden. Durch die Exaktheit der Vertiefungen kann man meist leicht von natürlicher Gesteinserosion unterscheiden. Gut gearbeitete Vertiefungen zeigen die Form einer Halbkugel im Fels. Manche Felsen sind übersät mit Grübchen und Schälchen, die mitunter mit Rillen verbunden sind. Bei einer weiteren Art von Schalensteinen finden sich neben den Schalen und Rillen auch Geradkreuze und anthropomorphe Figuren. Seltenere auftretende Zeichen sind Sonnenkreise, Mühlen, Gitter, Schiff und Kreuze. Aus West- und Mitteleuropa sind Fruchtbarkeitsriten an Steinen und Felsen bekannt. Noch im 17. und 18. Jahrhundert wird von solchen Riten berichtet.
Besonders Steinrutschen waren zur Steigerung der Fruchtbarkeit beliebt. In zahlreichen Gegenden Südtirol, so auch in Elvas, findet man die so genannten „Fruchtbarkeitsrutschen“. An diesen übten die Frauen ihr Ritual aus. Dazu mussten sie alleine dorthin gehen und mit nacktem Unterleib über den glatten, abschüssigen Felsen abwärts rutschen.
