Alpentöne 2010                                                                                                                                                         alpentoene_7

Die Veranstaltungsreihe „Alpentöne" bringt alljährlich den Piccardsaal in Obergurgl zum Klingen. Bereits zum 20. Mal finden sich in der ersten Septemberwoche Musiker und Musikerinnen aus der gesamten Alpenregion ein und bieten dem Publikum einen Hörgenuss der Sonderklasse – Unkonventionelles und Traditionelles stehen in Symbiose, Gegenwärtiges und längst schon vergessenes Liedergut bringen alljährlich die Musik der Alpen in den Saal, der selbst noch eine Besonderheit aufweist: das Lichtspiel der Glasfenster, welche von der Tiroler Künstlerin Chryseldis Hofer Mitterer gestaltet wurden. Alpentöne schafft Experimentierraum für MusikInnen und Musikprojekte, schafft Raum für Volksmusik auf der Suche nach den urtümlichsten Wurzeln der Verständigung.logo_alpentoene

Alpentöneprogramm 2010

 „Irgendwann im Spätherbst des Jahres 1990 rief mich ein mir bis dato unbekannter Herr Hubert Koler an und erzählte mir, dass eine Gruppe kulturinteressierter Gurgler versuchen möchte, in Obergurgl ein Festival zu inszenieren. Da in Längenfeld gerade die interessanten und erfolgreichen Projekte „Kinder - Mut zur Phantasie" und das „Internationale Straßenmusikantentreffen" stattfanden, wäre man auf mich gekommen, da man in der Durchführung größerer Projekte keinerlei Erfahrung besäße. Bereits einige Jahre vorher hatte ich ein Projekt konzipiert, das sich mit dem Spannungsfeld von Volksmusik zwischen Kultur, Kitsch und Kommerz beschäftigte. Dieses stellte ich dann bei einem Besuch in Obergurgl vor. Von den Gurglern anfänglich ob des umfangreichen Programms mit einiger Skepsis betrachtet, kam es doch zur Realisierung. In dieser Phase lernte ich das Engagement verschiedener Obergurgler Kultouristiker, allen voran Hubert Koler, näher kennen und deren Konsequenz und Handschlagqualität zu schätzen. Zudem war die fachliche Beratung und Mitarbeit der Musikwissenschafterin Dr. Gerlinde Haid und von Pro Vita Alpina international - Obmann Dr. Hans Haid ein Mitgarant für die Abwicklung eines fundierten Projektes.

Die 1. Alpentöne gerieten zum grandiosen Erfolg. Freunde der Alpentönen, deren gibt es Gott sei Dank zahlreiche, erinnern sich noch heute an die spannende, nicht auf musikalische Darbietungen beschränkte musikalischen Auseinandersetzung zwischen Jägern und dem Osttiroler Wilderer Walder auf der Nederhütte, auf die emotionalen Diskussionen über den Unterschied zwischen Volksmusik und volkstümlicher Musik, die damals sogar Klageandrohungen nach sich zogen. Vor allem aber, wie die Kastlruther Spatzen in der Auseinandersetzung mit den Biermösl Blosn alle Verstärker und Mikrophone wegstellen und ganz live aufspielten.

Alpentöne kann man ohne Zweifel als ein Projekt mit viel Nachhaltigkeit bezeichnen. Es hat eine Geschichte, der alte Brauch des Jochfestes ist daraus wiedererstanden, viele Begegnungen zwischen Menschen aus verschiedenen europäischen und außereuropäischen Regionen haben stattgefunden." (Gerhard Prantl)

pdf Rückblick auf 2008